22. Januar 2011

A&k: Hartzer-Hatz II

Angela Merkel
"Kanzlerin Merkel bläst zum Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit ..."  und gegen Schulreform-Befürworter
Frankfurter Rundschau 22.01.2011
  • „Wenn wir es schaffen, die Dauerarbeitslosigkeit nachhaltig zu senken, erhalten wir einen Spielraum in Milliardenhöhe für den Schuldenabbau und für Zukunftsinvestitionen“, sagte Merkel am Samstag bei einem Wahlkampftermin in Hamburg.
    • "Wenn wir es schaffen"? Die Frau Bundeskanzlerin ist von ihrem Ziel offenbar selbst nicht überzeugt.
    • Dauerarbeitslosigkeit senken? Ich finde das ist ein falsches Ziel, weil Politik so für Forderungen von Unternehme(r)n erpressbar wird.
    • Richtige Analyse, falsches Rezept: Dauerarbeitslosigkeit wird seit Jahrzehnten mit viel Geld bekämpft, doch genau dieses künstliche Schaffen von Arbeit verursacht neue Probleme. 
    • Die Lösung: Ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle.
    • Hierzu vielleicht auch interessant: Mein Kommentar zur Grundeinkommen-Debatte.
    • Schuldenabbau klingt gut. Zukunftsinvestitionen? Sinnvolle Projekte gerne. Beides aber bitte nicht so, dass Arme noch ärmer werden. Menschenrechte nach Kassenlage geht gar nicht.
  • „Hartz IV ist kein Lebenszustand, sondern eine Brücke zurück in den Arbeitsmarkt“, sagte Merkel.
    • Kein erstrebenswerter Lebenszustand, kein Lebensziel - einverstanden. Aber "das Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums ... muss eingelöst werden"! 
    • Eine Brücke. Soso. Also ob sich jede Notlage durch ein zeitliches Limit par ordre de Mutti beenden ließe. Und wenn nicht, dann endet die Brücke im Nichts ?!? :-( 
    • Anspruch und Wirkung(en) der Reform klaffen weit auseinander. (Mehr dazu in meinem Kommentar zu "Die Hartz-Fabrik".) 
    • Kurzum: Hartz IV ist eine Soda-Brücke – ohne Anschluss, steht für sich in der Landschaft herum, kostet unnötig viel Geld.
    • Lösungsvorschlag: Bedingungsloses Grundeinkommen schaffen, Hartz IV auf den Müll.
  • Merkel zur gescheiterten Reform des Schulsystems in Hamburg: „Wer glaubt, dass man die Kinder nur lange genug in das gleiche Klassenzimmer setzen muss, damit auch gleiche Kinder herauskommen, der irrt.“
    • Gleiche Kinder produziert kein Schulsystem der Welt. :) 
    • Unterschwellig bezichtigt sie Gegner des mehrgliedrigen Schulsystems der Gleichmacherei. Stark verkürzt sagt sie: Gesamtschule-Befürworter = Kommunist. 
    • Es geht um Kooperation lernen, nicht um Gleichmacherei!
    • Florentine Fritzen kommentiert die "K-Debatte" in der FAZ und sagt sinngemäß das selbe: "Menschen sind ... nicht gleich - [und] sie wollen auch gar nicht gleich sein."
    • Das mehrgliedrige Schulsystem produziert unterschiedliche Lebens-Chancen. Das ist das Gegenteil von "Chancen-Gerechtigkeit". 
[Hinweis: Dieses Thema habe ich bereits zuvor kommentiert.]

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