6. Januar 2011

A&k: bedingtes Grundeinkommen, Hartz IV-Probleme

3 Artikel: New York Times, Neunetz.com, Süddeutsche Zeitung
  1. Tina Rosenberg über "conditional cash transfer programs" (= bedingtes Grundeinkommen) in Entwicklungs- und Schwellenländern, die armen Familien ein bescheidenes Einkommen ermöglichen - wenn sie bestimmte Auflagen erfüllen (z.B. Schulbesuch der Kinder, Gesundheits-Kontrollen, Weiterbildung für Mütter in Sachen Ernährung und Hygiene).
    (Link zum Artikel mit meinen Hervorhebungen)
  2. Hartz IV: Ein dysfunktionaler Reparaturbetrieb - SZ
    Kommentar von Thomas Öchsner zu den neuen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit
    • Langzeitarbeitslose im Hartz-IV-System haben immer noch große Schwierigkeiten
      • Wieso diese Einschränkung? Die Zahl der aus dem Hartz IV-System verdrängten Langzeitarbeitslosen wächst!
    • Es gibt nach wie vor eine verfestigte Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland und eine Zweiklassengesellschaft innerhalb der Arbeitslosen
      • Arbeitslosengeld I-Empfänger haben Möglichkeiten, von denen ALG II-Bezieher ausgeschlossen sind.
    • Hinzu kommen die Probleme in der Jobcentern selbst: Viele Mitarbeiter haben dort befristete Stellen.
      • Die ARGEn sind auf Langzeitarbeitslose angewiesen - zwecks Rechtfertigung ihrer Existenz. Langzeit-Arbeitsplätze in der Arbeitslosen-Verwaltung zementieren die Problemlage also nur. (Clay Shirky hat diesen Zusammenhang allgemein so ausgedrückt: "Institutions will try to preserve the problem to which they are the solution." - vgl. Punkt 3)
  3. Institutionen werden versuchen, die Probleme zu erhalten, für die sie die Lösung sind - Neunetz.com
    Kommentar von Marcel Weiss zu Aussagen von Clay Shirky
    • ohne das Problem braucht man die Lösung nicht mehr.
    • Was für Aussenstehende die Problemlösung ist, ist für das Unternehmen das Geschäftsmodell.
    • Kein Problem, kein Bedarf für die Lösung, kein Geschäftsmodell.
    • [Shirky:] "Überfluss zerstört mehr Dinge als Knappheit."
      Der durch die Digitalisierung entstandene und nun durch die Internet-Vernetzung überall hin verbreitete Überfluss zerstört die Geschäftsmodelle von Presseverlagen, Buchverlagen, TV-Sendernm Filmstudios usw. Warum? Weil diese Geschäftsmodelle auf die alten Knappheiten aufsetzten. Auf eine Realität, die auf dem Rückmarsch ist.

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