17. Januar 2011

A&k: Strukturwandel der Sicherheit und Hochschul-Bildung

3 Artikel: ZEIT, Welt, Süddeutsche Zeitung
  1. Autor: Dirk Messner
    • In der zweiten Dekade müssen endlich die Weichen für eine stabile und faire Globalisierung gestellt werden. Damit dies gelingt, muss eine neue Qualität internationaler Kooperation erreicht werden.
    • Das weltweite Energiesystem muss rasch auf erneuerbare Energiequellen umgestellt werden, der weltweite Urbanisierungsschub und die wachsende Mobilität müssen klimaverträglich gestaltet sein.
    • Langfristiges und arbeitsteiliges Engagement der internationalen Staatengemeinschaft, Zusammenwirken von Außen-, Entwicklungs- und Sicherheitspolitik, Transparenz auf den internationalen Rohstoffmärkten, Bekämpfung von Geldwäsche sind wichtige Stichworte.
  2. Autor: Michael Wolffsohn, Prof. für Neuere Geschichte an der Bundeswehr-Uni München
    • Die Abschaffung der Wehrpflicht markiert einen Umbruch. Den Job bei der Bundeswehr muten sich nur die zu, die sonst wenige Chancen haben.
    • Nie gingen in der Menschheitsgeschichte Oberschichten freiwillig zum Militär, denn dieser Arbeitsplatz war oft todsicher.
    • Man kauft, wie im Spätmittelalter, Soldaten aus dem Ausland.
      • Berufsarmee = Rückfall ins Mittelalter?!?
      • Soldaten werden durch den technischen Fortschritt langsam überflüssig.
  3. Interview mit Christian Scholz, Wirtschaftsprofessor an der Universität Saarbrücken.
    • Scholz: Unternehmen lehnen reguläre Bachelors teilweise ab, weil es in Deutschland duale Studiengänge gibt, in denen sie ihre eigenen Bachelors züchten können. Sie stellen also Auszubildende ein und lassen sie neben der Arbeit einen Bachelor an einer Berufsakademie [...] machen, in einem Studiengang, der auf die jeweilige Firma ausgerichtet ist. Diese Azubi-Studenten haben den Vorteil, dass sie auf ein bestimmtes Unternehmen geprägt sind. Später können sie sich dann - wenn sie brav sind - in einem Firmen-Master-Studiengang weiterqualifizieren.
      • Ziemlich Unternehmer-zentrische Sichtweise. Vorteile für Studenten:
        • Geld verdienen während dem Studium
        • Verbindung von Theorie und Praxis
        • Perspektive auf einen Arbeitsplatz
        • Weiterbildung mit Mehrwert (akademischer Titel).
      • [Ergänzung: deprimierender Artikel über arbeitslose Akademiker in der ZEIT (vom 21.01.2011). Quintessenz: "Viele Geisteswissenschaftler beenden ihr Studium mit dem Antrag auf Hartz IV."]
    • Scholz: Ich halte die Strategie "Wirtschaft als weisungsbefugter Co-Produzent" für problematisch. Hier wird staatliches Geld für individuelle und kurzfristige Unternehmensziele ausgegeben - ein Bruch mit unserem umfassenden Bildungsauftrag
      • So allgemein gesagt kann ich dem zustimmen. Aber hier geht es um Hochschul-Bildung. In diesem Zusammenhang halte ich das Festhalten der Branche am Ideal des Beruf qualifizierenden Studiums für problematisch.
      • Reform-Vorschlag: Beruf spezifische Grundausbildung (was wirklich alle brauchen, Präsenz-Studium, hoher Praxis-Bezug) plus Qualifizierungs-Module (Beruf begleitend, für alle offen, Fernstudium übers Internet). Master nach einer gewissen Summe an Qualifizierungs-Modulen plus Magister-Arbeit (ohne zweites Präsenz-Studium).

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